Unser Eppinghofen

Eppinghofen gestern

Früher lebten in unserer Stadt nicht so viele Menschen wie heute. Mülheim war ein Dorf am Unterlauf des Rumbachs. An den anderen Bachläufen der Umgebung und auf den umliegenden Höhen gab es sechzehn weitere kleinere Siedlungen. Diese Siedlungen nannte man „Honnschaften“.

Eppinghofen war die Mülheim am nächsten gelegene Honnschaft - sie lag nur durch einen kleinen Höhenrücken - den Löhberg – von Mülheim getrennt am Unterlauf des Bruchbachs. Der Bruchbach entspringt in Winkhausen, fließt (früher offen, heute unterirdisch im Kanal)  durch den Eppinghofer Bruch, entlang der Bruchstraße, Eppinghofer Straße, durch den Stichweg zur Kardinal-Graf-Galen-Straße und weiter zur Ruhr. Beim Stichweg führte die Eppinghofer Brücke über den Bruchbach - wer von Mülheim in die Honnschaften Mellinghofen oder Dümpten wollte, ging diese Strecke. An der Einmündung der heutigen Horn- in die Bruchstraße wird die Wasserkraft des Bruchbachs zum Betrieb einer Ölmühle genutzt.

Die Menschen lebten von der Landwirtschaft, verstanden sich auf ein Handwerk, waren Fuhrleute, arbeiteten im frühen Bergbau oder verdingten sich als Tagelöhner.

Die zunächst nur wenigen Höfe, Häuser und Hütten („Kotten“) bildeten zwei Siedlungsschwerpunkte - der Bereich um die Einmündung der Bruchstraße in die Eppinghofer Straße wird später „Oberbäck“, der Bereich im Bereich des Stichweges „Unterbäck“ genannt. Wo der Klöttschen auf die Eppinghofer Straße trifft, entstand früh ein erstes Schulgebäude.

Mit dem Übergang vom achtzehnten zum neunzehnten Jahrhundert beginnt dann eine rasante Entwicklung, die zu großen Veränderungen führt … 

Daten zur Eppinghofer Geschichte

Daten zur Eppinghofer Geschichte (PDF)

Historische Karten

Gemeinde Eppinghoven 1822 - 1871

Mülheim an der Ruhr 1892 - 1894

Bombenschäden 1945

(schwarz = weitgehend zerstört, rot = 50 - 80% beschädigt)

Eppinghofen heute

Aufgrund der großflächigen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, des raschen Wiederaufbaus, der Zuwanderung von Menschen aus über 100 Nationen und der veränderten Einkaufs- und Freizeitgewohnheiten hat sich der Charakter von Eppinghofen seit den Fünfziger Jahren erneut stark verändert.

Eppinghofen ist heute ein Teil der Mülheimer Innenstadt.

Statistisch zugerechnet werden Eppinghofen die Wohnquartiere östlich und westlich der Eppinghofer Straße soweit sie nördlich der Trasse der Rheinischen Bahn - heute des Radschnellwegs 1 - liegen. Dabei handelt es sich dabei um die Stadtbezirke 21 „Altstadt II Südost“ und  24 „Altstadt II Südwest“.

Aktuell wohnen in Eppinghofen 13.000 der 173.000 Einwohner der Gesamtstadt.

Im Stadtteil findet man repräsentative Gründerzeitvillen ebenso wie eine Arbeitersiedlung, die für das ausgehenden neunzehnten Jahrhundert typisch ist. In ruhigen Nebenstraßen lässt es sich edel wohnen. Einige Fachwerkhäuser haben sich erhalten und wurden vom Besitzer herausgeputzt.

Als es nach dem Zweiten Weltkrieg darum ging, Baulücken zu schließen und Wohnraum zu schaffen, sind allerdings auch viele Gebäude entstanden, die nur einfachen Anforderungen entsprechen. Hier ist die Miete niedrig und mit Sozialleistungsbezug bezahlbar.

Den Kontrapunkt dazu bildet dann wieder eine gepflegte Reihenhaussiedlung, die auf einem ehemaligen Steinbruchgelände errichtet wurde und schnell vermarktet war. An diesem Beispiel zeigt sich, wie attraktiv Eppinghofen als Wohnstandort auch für finanziell Bessergestellte ist. Aktuell plant ein örtlicher Bauträger eine große autofreie Wohnanlage im Osten des Stadtteils.

Eppinghofen ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Zwar sind die Mannesmannröhren Werke und die Kraftwerk Union Geschichte - die Produkte und Dienstleistungen der Mannesmann-Nachfolgeunternehmen Salzgitter-Mannesmann Grobblech GmbH und Europipe, der Friedrich-Wilhelms-Hütte und Thyssen Schachtbau sind aber nach wie vor weltweit gefragt.

In Eppinghofen sind darüber hinaus inzwischen viele klein- und mittelständischen Unternehmen heimisch geworden, die sich im GENEBA-Industriepark oder in der „Games Factory“ angesiedelt haben.

Im Haus der Wirtschaft zeichnet eine Ausstellung die Wirtschaftsgeschichte Mülheims nach.
Was den Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund angeht, liegt Eppinghofen stadtweit an der Spitze. Gleichzeitig ist Eppinghofen aber auch der Stadtteil mit den meisten Kindern und Jugendlichen.

Beim Zusammentreffen der Kulturen und Religionen, in Deutschland erfahrener und aus der Heimat mitgebrachter Sozialisation, stellt sich manche Herausforderung. Entgegen den Befürchtungen, die der eine oder die andere hegt, leben die Menschen aber trotz aller Unterschiede weitgehend konfliktfrei zusammen, verbale Auseinandersetzungen oder gewaltsame Übergriffe sind seltene Ausnahme.

Daher ist Eppinghofen aufgrund seiner Jugend und der Vielfalt unterschiedlicher Erfahrungen vor allem ein Stadtteil der Hoffnungen und Chancen. Die Chancen zu nutzen, setzt allerdings voraus, noch stärker aufeinander zuzugehen und voneinander zu lernen.

An Gelegenheiten fehlt es nicht. Eppinghofen - das sind drei Grundschulen und eine Realschule in unmittelbarer Nähe, vier Kindertagesstätten und zwei Jugendzentren. Evangelische, freikirchliche und katholische Gemeinden und die Moscheevereine machen spannende Angebote, das Diakonische Werk, die Caritas und viele freie Träger sind im Stadtteil aktiv, beraten und unterstützen. Auch ein Fußballverein kümmert sich um junge Talente. Und nicht zuletzt hat auch die Volkshochschule der Stadt im Stadtteil ihren Sitz.

Die Stadtteilmanagerin hilft denen, die den Weg zu den Einrichtungen nicht allein finden. Die anderen Fachkräfte im Stadtteilbüro unterstützen insbesondere neu zugewanderte Frauen und ihre Kinder mit grundlegenden Bildungs- und Freizeitangeboten.

Lebensader Eppinghofens ist noch immer die Eppinghofer Straße, wo heute  türkische Lebensmittelgeschäfte, Friseure, Teestuben und Imbissläden den Ton angeben. An der Kreuzung der Eppinghofer Straße mit der Parallelstraße - zugleich der Nordausgang des Hauptbahnhofs - treffen sich Einkäufer, Pendler und Flaneure. Der Verkehr ist dicht, alles ist wuselig und manchmal auch etwas chaotisch. Die Aufenthaltsqualität lässt sich sicher noch verbessern.

Das Potential Eppinghofens ist noch lange nicht ausgeschöpft.

Eppinghofen in Zahlen

Zahlen zur Bevölkerungsstruktur der Gesamtstadt und der Stadtbezirke 21 und 24 sowie zur sozialen Struktur bietet das Amt für Stadtforschung und Stadtentwicklung der Stadt Mülheim an der Ruhr unter muelheim-ruhr.de.

Eppinghofer Bilderbogen

Vielfältige Eindrücke aus Eppinghofen im Bilderbogen.

Eppinghofen morgen

Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmen für die künftige Entwicklung Eppinghofens benennen die im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ von der Stadtteilmanagerin erarbeiteten und von den zuständigen politischen Gremien beschlossenen Handlungskonzepte unter muelheim-ruhr.de.